6 Fakten über Gluten, die auch Menschen ohne Glutenunverträglichkeit wissen sollten

Immer öfter wird das Thema Gluten unter Ernährungswissenschaftlern diskutiert. Während es Forscher gibt, die den Klebereiweiß immer noch für unbedenklich halten, gibt es mittlerweile Studien, die diese Einstellung widerlegen.

Hier sind einige Fakten über Gluten, über die du, auch wenn du keine Glutenunverträglichkeit hast, dringend nachdenken solltest:

Fakt 1: Immer mehr Menschen leiden an Zöliakie – und die meisten wissen es nicht einmal

Mädchen im Weizenfeld schaut nach links

Gluten ist ein Proteingebilde, welches sich in Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste befindet. Es setzt sich zusammen aus Gliadin und Glutenin, wobei Gliadin der Grund ist, weshalb Menschen negativ darauf reagieren.

Wenn Gluten den Darmtrakt erreicht und den Zellen des Immunsystems ausgesetzt ist, glauben diese fälschlicherweise sie hätten es mit einer Art fremden Eindringling, wie etwa Bakterien, zu tun.

Bei den Menschen, die eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten aufweisen, startet das Immunsystem daher einen Angriff gegen Gluten.

Bei einer Zöliakie, der schwersten Form der Glutenunverträglichkeit, greift das Immunsystem nicht nur die Glutenproteine an, sondern auch Enzyme in den Zellen des Darmtraktes namens Gewebs-Transglutaminase.

Die Gefahr des Glutens im Falle einer Zöliakie besteht also darin, dass das Immunsystem nicht nur das Gluten angreift, sondern auch die Darmwand selbst. Daher wird die Zöliakie als eine Autoimmunkrankheit klassifiziert.

Diese Immunreaktion kann zu einer Rückbildung der Darmwand führen, was unmittelbare Folgen wie Nährstoffmangel, Verdauungsstörungen, Blutarmut (Anämie), Müdigkeit, Gedeihstörungen sowie ein erhöhtes Risiko für viele schwerwiegende Krankheiten hat.

Das Problem dieser Krankheit liegt darin, dass die Symptome sehr vielfältig ausfallen und anderen Ursachen fälschlicherweise zugeschrieben werden.Laut einer Studie sind sich über 80% der Menschen, die an Zöliakie leiden, ihrer Krankheit nicht bewusst (1).

Fazit: Zöliakie ist eine Zöliakie oder auch Glutenintoleranz ist eine autoimmune Fehlfunktion die unbehandelt zu schwerwiegenden Krankheiten führen kann. Über 80% der Menschen, die an Zöliakie leiden, sind ihrer Krankheit nicht bewusst.

Fakt 2: Glutenunverträglichkeit tritt häufiger auf, als bekannt und kann schwerwiegende Konsequenzen haben

glutenhaltiges BaguettbrotMan braucht keine ausgeprägte Zöliakie um negativ auf Gluten zu reagieren. Es gibt neben Glutenintoleranz auch die Glutenunverträglichkeit, welche weitaus häufiger vorkommt.

Auch wenn es für Glutenunverträglichkeit bis heute keine klare Definition gibt, so bedeutet sie im Grunde genommen, dass auf Gluten Nebenwirkungen folgen. Eine Besserung der Symptome tritt erst bei einer glutenfreien Ernährung ein.

Wenn man unter solchen Nebenwirkungen leidet, jedoch keine Zöliakie festgestellt werden kann, wird es im Englischen als „non-celiac gluten sensivity“ (dt.: Glutenunverträglichkeit ohne Zöliakie) definiert.

Diese attackiert zwar nicht das körpereigene Gewebe, trotzdem sind viele der Symptome denen einer Zöliakie ähnlich, wie etwa Blähungen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Durchfall oder Gelenk- und Knochenschmerzen.

Leider, denn es gibt keinen eindeutigen Weg diese Glutenunverträglichkeit nachzuweisen. Es existieren daher auch keine verlässlichen Zahlen, wie häufig diese Unverträglichkeit tatsächlich vorkommt.

Die einzige Möglichkeit, eine Glutenunverträglichkeit festzustellen ist daher, Gluten für einen gewissen Zeitraum von der Lebensmittelliste zu streichen und anschließend wieder einzuführen.

Bleiben die Symptome während dieses Zeitraums aus und setzen erst nach Einführung wieder ein, ist ein positiver Befund einer Glutenunverträglichkeit sehr wahrscheinlich.

Auch wenn sich die Diagnose schwierig gestaltet, eine Glutenunverträglichkeit führt ebenso wie Glutenintoleranz zu verschiedenen, negativen Auswirkungen.

Fazit: Glutenunverträglichkeit bedeutet, dass auf Gluten Nebenwirkungen folgen. Symptome sind denen einer Zöliakie ähnlich. Eine Glutenunverträglichkeit führt ebenso wie Glutenintoleranz zu verschiedenen, negativen Auswirkungen.

Fakt 3: Gluten hat auch bei Menschen ohne Glutenunverträglichkeit oder –intoleranz negative Auswirkungen

junger Mann mit Hut verzieht Gesicht

Es gibt Studien die belegen, dass auch Menschen ohne diagnostizierte Glutenunverträglichkeit oder –toleranz unter Nebenwirkungen von Gluten leiden.

In einer dieser Studien, wurden 34 Probanden mit Reizdarmsyndrom zufällig einer glutenhaltigen oder einer glutenfreien Diät zugeteilt.

Die Gruppenmitglieder der glutenhaltigen Ernährung litten dabei im Vergleich zur anderen Gruppen deutlich mehr  unter Schmerzen, Blähungen, Stuhlunbeständigkeiten und Müdigkeit (2).

Es gibt außerdem Studien, die zeigen, dass Gluten zu einer  Entzündung des Darms und einer degenerierten Darmschleimhaut führen kann (3,4).

Weiterhin hat es negative Effekte auf die Barrierefunktion des Darms, indem es den Darm löchrig macht und so schädliche Substanzen in den Blutkreislauf gelangen (5,6,7,8). Dieses Phänomen ist auch bekannt unter dem Namen „Leaky Gut Syndrome“ (dt.: leckender Darm).

Das Reizdarmsyndrom führt zu einer Vielzahl an Verdauungsproblem mit unbekannter Ursache. Laut einiger Studien sind Fälle des Reizdarmsyndroms durch Gluten verursacht oder verschlimmert wurden (9,10,11).

Auch wenn es mehr Studien darüber braucht so scheint es doch sehr offensichtlich, dass mehr Menschen als nur Zöliakie-Patienten an Nebenwirkungen des Glutens leiden (12,13,14).

Fazit: Es gibt Studien die belegen, dass auch Menschen ohne diagnostizierte Glutenunverträglichkeit oder –toleranz unter Nebenwirkungen von Gluten leiden.

Fakt 4: Viele Gehirnerkrankungen werden mit Gluten in Verbindung gebracht und eine glutenfreie Ernährung kann helfen

rohe Spaghetti in GlasAuch wenn Gluten hauptsächlich Probleme im Darm verursacht, so kann es auch ernsthafte Folgen für das Gehirn haben. Viele Fälle neurologischer Erkrankungen  wurden durch den Konsum von Gluten verursacht und/oder verschlimmert.

Jene sind bekannt unter dem Namen glutensensitive idiopathische Neuropathie. In einer Studie über Patienten mit neurologischen Erkrankungen unbekannter Ursache hatten 30 von 53 Patienten (57%) Antikörper gegen Gluten in ihrem Blut (15).

Insbesondere eine neurologische  Krankheit steht unter dem Verdacht, zumindest zum Teil durch Gluten verursacht zu werden, und zwar die zerebellare Ataxie.

Das ist eine schwerwiegende Erkrankung des Gehirns, welche den Patienten z.B. unfähig macht, sein Gleichgewicht oder seine Bewegungen zu koordinieren.

Es ist mittlerweile bekannt, dass viele Fälle von Ataxie direkt mit dem Konsum von Gluten verbunden sind.  Man nennt dies eine Gluten Ataxie und sie beinhaltet  eine irreversible Schädigung des Kleinhirns. Dieser Teil des Gehirns ist für die Motorik zuständig (16).

Viele Studien zeigen starke statistische Verbindungen zwischen dem Konsum von Gluten, Glutenunverträglichkeit und zerebellarer Ataxie (17,18). Es gibt zudem eine kontrollierte Studie die zeigt, dass Ataxie-Patienten erheblich von einer glutenfreien Ernährung profitieren (19).

Es existieren verschieden, andere Erkrankungen des Gehirns, welche eine Besserung durch glutenfreie Ernährung erfahren:

  • Schizophrenie (20)
  • Autismus (21)
  • Epilepsie (22)
Fazit: Viele Fälle neurologischer Erkrankungen  wurden durch den Konsum von Gluten verursacht und/oder verschlimmert (glutensensitive idiopathische Neuropathie). Insbesondere zerebellare Ataxie steht unter dem Verdacht, zumindest zum Teil durch Gluten verursacht zu werden (Gluten Ataxie).

Fakt 5: Weizengluten kann abhängig machen

Mann knabbert schuldbewusst an Keks

Es gibt viele Menschen die glauben, dass Weizen abhängig machen kann. Unnatürliches Verlangen nach Dingen wie Brot oder Donuts zu bekommen kommt nicht unbedingt selten vor.

Auch wenn noch lange nichts bewiesen ist – einige Studien nehmen an, dass Gluten durchaus abhängig machende Eigenschaften besitzt.

Wenn Gluten in einem Teströhrchen zerstört wird, können die Peptide (kleine Proteine), die sich herausgebildet haben, Opioidrezeptoren aktivieren. Man nennt diese kleinen Proteine auch Gluten-Exorphine.

Exorphine sind demnach Peptid, die nicht im Körper gebildet werden und Opioid-Rezeptoren aktivieren.

Aufgrund der Tatsache, dass Gluten die Durchlässigkeit des Darms verringert glauben einige, dass diese Exorphine den Weg in den Blutkreislauf finden, das Gehirn dadurch erreichen und so eine Abhängigkeit verursachen können.

Gluten-Exorphine wurden bereits im Blut von Zöliakie-Patienten gefunden. Es gibt einige Hinweise von Tierstudien, dass diese opioid-ähnlichen Peptide, hervorgerufen durch Gluten, den Weg ins Gehirn finden können (23,24)

Es ist mittlerweile gut bekannt in verschiedenen Kreisen über Lebensmittelabhängigkeiten, dass Weizen eines der am meisten abhängig machenden Produkte ist, direkt nach Zucker. In diesem Artikel erfährst du, warum du dich unbedingt weizenfrei ernähren solltest!

Fazit: Aufgrund der Tatsache, dass Gluten die Durchlässigkeit des Darms verringert glauben einige, dass Gluten-Exorphine den Weg in den Blutkreislauf finden, das Gehirn dadurch erreichen und so eine Abhängigkeit verursachen können.

Fakt 6: Gluten steht in direkter Verbindung mit Autoimmunkrankheiten

Scheiben Brot übereinander gestapeltAutoimmunkrankheiten entstehen, indem das Immunsystem Dinge angreift, die natürlich im Körper vorkommen. Es gibt viele Typen von Autoimmunkrankheiten die Auswirkung auf verschiedene Organe haben.

Zöliakie ist eine dieser Autoimmunkrankheiten und Zöliakie-Patienten sind von einem drastisch erhöhten Risiko betroffen, noch weitere dieser Art von Krankheiten zu bekommen.

Viele Studien haben herausgefunden, dass es starke statistische Verbindungen zwischen Zöliakie und verschiedenen anderen Autoimmunkrankheiten, wie Hashimotos Thyroiditis, Diabetes Typ1, Multiple sclerosis und vielen weiten gibt (25,26).

Zudem steht Zöliakie mit einer Menge weiteren, schwerwiegenden Krankheiten in Verbindung, von denen viele nichts mit Verdauung zu tun haben.

Fazit: Zöliakie ist eine dieser Autoimmunkrankheiten und Zöliakie-Patienten sind von einem drastisch erhöhten Risiko betroffen, noch weitere dieser Art von Krankheiten zu bekommen.

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