Ghee Butter selber machen – 14 positive Wirkungen der gesunden laktosefreien Alternative

Du suchst nach einer laktosefreien, kostengünstigen Alternative zu Butter? Dann ist Ghee genau das Richtige für dich. Hier erfährst du, was Ghee eigentlich ist, wie es wirkt und vor allem – wie du Ghee Butter selber machen kannst.

Was ist Ghee überhaupt?

Ghee Butter in Glas und auf Löffel

Ghee stammt ursprünglich aus Indien und wird aus Wasserbüffelbutter gemacht. Besonders in der Ayurveda, einer traditionellen indischen Heilkunst, gilt Ghee als gesundheitsfördernd und wird häufig als Heilmittel verwendet.

Ghee ist theoretisch gesehen reines Butterfett. Butter besteht in der Regelt aus 80% Butterfett, 15-20% Wasser und 1-5% Milchfeststoffe.

Herstellung von Ghee – Wie wird Ghee eigentlich gemacht?

Ähnlich wie geklärte Butter wird Ghee solang erhitzt, bis sich die Milchfeststoffe (Kohlenhydrate und Proteine) von den Fettkomponenten trennen. Sie werden also entfernt, wodurch eine gelbliche Flüssigkeit übrig bleibt. Diese Flüssigkeit besteht aus reinem Fett, also dem Butterfett. Ghee ist daher auch als goldenes Elixier bekannt.

Natürlich kann es passieren, besonders wenn man Ghee selbst herstellt, dass nicht alle Milchfeststoffe bei dem Prozess entfernt werden – daher auch nur „theoretisch“ reines Butterfett.

Ghee, Butterschmalz, geklärte Butter – alles das Gleiche?

junge Frau vor blauem Hintergrund hält Blatt mit Fragezeichen vor ihren Kopf

Viele glauben, Ghee, Butterschmalz und geklärte Butter sind lediglich Synonyme und im Grunde genommen das Gleiche. Das stimmt jedoch nicht ganz.

Der hauptsächliche Unterschied zwischen Ghee und geklärter Butter ist, dass die Milchfeststoffe in Ghee solang gekocht werden, dass sie noch bevor sie entfernt werden karamellisieren. Wenn man Butter klären will muss man den Kochprozess jedoch abbrechen, bevor es zu diesem Karamellisieren kommen kann.

Dieser Unterschied macht sich vor allem im Geschmack bemerkbar. Während Ghee einen eher nussigen Geschmack aufweist, findet man bei geklärter Butter einen neutralen Geschmack vor. Und was ist Butterschmalz?

Ghee und Butterschmalz ergeben zwar ebenfalls das gleiche Endprodukt, doch auch sie unterscheiden sich in ihrem Herstellungsverfahren. Das von Ghee dauert normalerweise länger.

Ist Ghee Paleo?

fehlendes Puzzle mit Paleoaufschrift vervollständigt ganzes Puzzle

In vielen Paleo Rezepte wird Ghee verwendet – aber halt. Ghee wird aus Butter gemacht, einem Milchprodukt. Sind Milchprodukte nicht eigentlich bei einer Paleo Ernährung verboten?

Ja theoretisch schon. Denn viele Menschen vertragen Milchprodukte aufgrund ihrer enthaltenen Allergene, wie Laktose oder Molke, nicht. Doch diese Allergene befinden sich in den Kohlenhydrat- und Proteinbestandteilen – sprich genau den Milchfestoffen, die bei Ghee zum Großteil nicht mehr vorhanden sind.

Da der Anteil an diesen Allergenen, wie Laktose in Ghee deutlich geringer ist, vertragen es viele laktoseintolerante Menschen daher auch.

Ob Ghee nun Paleo ist oder nicht musst du wohl für dich selbst entscheiden. Man kann die Frage nicht 100% mit Ja oder Nein beantworten. Allerdings hat Ghee viele tolle gesundheitliche Vorteile, weshalb die meisten Paleoaner Ghee akzeptieren.

Welche Nährstoffe sind in Ghee enthalten?

indisches Ghee in Becher von oben fotografiertIn Ghee sind etwa 60% gesättigte Fettsäuren, 30% einfach ungesättigte Fettsäuren und ca. 5% mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. Wer jetzt denkt: „Oh mein Gott, so viele gesättigte Fettsäuren. Das ist doch dann total ungesund!“ – der sollte sich ganz dringend diesen Artikel anschauen.

Ghee enthält darüber hinaus aber auch fettlösliche Vitamine, wie etwa Vitamin A, D und E. Jedoch in nicht sonderlich riesigen Mengen. So decken 100g Ghee

  • 30% des Vitamin E Tagesbedarfs
  • und 10% des Vitamin D Tagesbedarfs.

Nur Vitamin A ist in so großen Mengen enthalten, dass bereits 20g Ghee (nur von Weidekühen) 20% des Tagesbedarfs decken.

Was macht Ghee so gesund? – Die 14 Wirkungen von Ghee

weiße Schüssel mit Ghee auf blauem Holztisch

Nun ist die große Frage: Was macht Ghee eigentlich so besonders? Wozu der ganze Aufwand? Ganz einfach – Ghee hat viele Vorteile, vor allem für die Gesundheit.

1. Ghee hat einen hohen Rauchpunkt

Der Rauchpunkt bei Ghee, also die niedrigste Temperatur, bei der bei einem erhitzten Speiseöl oder –fett die Rauchbildung beginnt, liegt bei stolzen 250°C. Da können die meisten Speiseöle nicht mithalten. Du solltest sie daher vermeiden. Erfahre hier mehr über die Gefahren von Pflanzenölen.

Wenn du also kochst, dann benutze besser Ghee.

2. Ghee wird nicht so schnell schlecht

Das tolle an Ghee ist, das du es ewig aufbewahren kannst, denn es verdirbt nicht so leicht. Einige Ghee-Mischungen können sogar bis zu 100 Jahren halten.

3. Ghee vertragen auch viele mit Laktose- oder Kaseinintoleranz

Ghee wird zwar aus Butter gemacht, doch beim Herstellungsprozess werden (fast) alle Milchfeststoffe und Unreinheiten entfernt. Die meisten Menschen mit Kasein- oder Laktoseintoleranz haben also keine Probleme mit Ghee.

junge sportliche Frau misst Taillenumfang mit Maßband4. Ghee verleiht Energie

Ghee enthält viele mittelkettige Fettsäuren, welche direkt von der Leber absorbiert und als Energie verbrannt werden (wie Kohlenhydrate).

5. Ghee hilft beim Abnehmen

Die Energie dieser mittelkettigen Fettsäuren kann genutzt werden um andere Fette im Körper zu verbrennen und so beim Gewicht verlieren helfen.  Studien haben gezeigt, dass man im Allgemeinen sowieso besser mit einer Low Carb Diät abnimmt, als mit einer Low Fat Diät (1).

6. Ghee fördert die Flexibilität

Ghee kann auch deine Flexibilität fördern. So heißt es nach Dr. Vasant Lad, Direktor des Ayurveda Instituts in New Mexiko:

Ghee ist schon lang bei Yoga-Praktizierenden beliebt, da es das Bindegewebe schmiert und die Beweglichkeit fördert.

7. Ghee ist gut für die Verdauung

junge Frau hält Hände auf ihren BauchDas kommt daher, dass Ghee besonders reich an Buttersäure ist. Diese kurzkettige Fettsäure kann unser Körper auch selbst herstellen. Nützliche Darmbakterien wandeln dabei Ballaststoffe in Buttersäure um, welche anschließend zur Energiegewinnung und der Stärkung der Darmwand genutzt wird.

Buttersäure ist also sehr förderlich für den Körper. Umso besser wenn du sie ihm schon „fertig“ lieferst, indem du Ghee konsumierst. Einige Menschen mit Darmproblemen können übrigens nicht einmal Buttersäure produzieren. Die Aufnahme dessen über die Nahrung ist also essentiell.

8. Ghee senkt das Cholesterin

Ghee kann sowohl das Cholesterin im Serum, als auch im Darm reduzieren (2). Laut der Times of India löst Ghee dabei eine erhöhte Sekretion von Gallen-Lipiden (biliären Lipiden) aus. Mit anderen Worten: Es wird im Stuhl wieder ausgeschieden.

9. Ghee senkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Aufgrund der Cholesterin-senkenden Eigenschaften wirkt sich Ghee natürlich auch positiv auf unser Herz-Kreislauf-System aus. Studien konnten das bestätigen (3).

Ghee ist außerdem reich an konjugierter Linolsäure (CLA). Diese Fettsäure kann gegen Karzinogene, Ablagerungen in den Arterien und Diabetes schützen (4).

10. Ghee fördert das Immunsystem

Das Verdauungssystem und das Immunsystem sind eng miteinander verbunden. Ein geschädigtes Verdauungssystem führt daher auch oft zu einem gestörten Immunsystem. Wenn Ghee also gut für unseren Darm ist, dann hilft es auch unserem Immunsystem.

11. Ghee hat entzündungs- und krebshemmende Eigenschaften

Ghe in Behälter und Löffel mit GheeStudien konnten zeigen, dass Pflanzenöle ein deutlich höheres Krebsrisiko aufweisen als Ghee (5).

Zusätzlich bildet die konjungierte Linolsäure gemeinsam mit dem Vitamin A den optimalen Schutz vor Krebs, denn beide senken den oxidativen Stress im Körper. Oxidativer Stress ist  eine erhöhte Anzahl an schädlichen, freien Radikalen. Freie Radikale sind besonders reaktionsfreudige Moleküle, die in der Lage sind, Körperzellen zu zerstören.

Forscher verwenden darüber hinaus Butyrat-Ergänzungen und Butyrat-Einläufe um entzündliche Darmkrankheiten, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu behandeln (6,7).

Ayurveda Ärzte verwenden Ghee bereits seit Jahrhunderten um Entzündungen zu hemmen.

12. Mit Ghee kannst du deinen Körper entgiften

Ein gutes Beispiel dafür ist ein wichtiger Teil der ayurvedischen Therapie namens Panchakarmakur. Dabei müssen die Teilnehmer dreimal täglich warmen Ghee trinken, welcher häufig zu starker Übelkeit führt. Das soll zum Herausleiten und Lösen fettlöslicher Toxine sowie zum Entschlacken helfen.

Für eine besonders intensive und nachhaltige Entgiftungskur wird ein medizinisches Ghee in einem sehr aufwendigen Verfahren hergestellt. Dabei wird das Ghee mit spezifischen Heilkräutern angerichtet und ganze 100g auf geringer Stufe gekocht.

13. Ghee ist gut für die Augen

Ghee kann bei einem sogenannten „trockenen Auge“ helfen. Mithilfe eines Augenbads mit erwärmten Ghee kann der Fettanteil in der Tränenflüssigkeit erhöht werden, wodurch diese nicht so schnell austrocknet.

grünes augeUnd so funktioniert´s:

Erhitze etwa 2-3 EL Ghee in einem Wasserbad auf 33°C (Achtung, Temperatur darf NICHT überschritten werden). Bade erst das eine, dann das andere Auge etwa 10 Minuten in einer Augenbadewanne. Das Ganze machst du zweimal in der Woche.

14. Ghee hilft gegen Schuppenflechte

Ergebnisse einer Studie der Ohio State University haben gezeigt, dass sich medizinisches Ghee positiv auf Psoriasis (Schuppenflechte) auswirkt (8).

Wofür wird Ghee verwendet?

Tafel vor Düne auf dem ayurveda geschrieben steht

Ghee wird nicht nur von Menschen mit Laktoseintoleranz als Butter-Ersatz verwendet. Dank seiner heilenden Kräfte wird es besonders in der Ayurveda-Medizin zum Kochen oder auch als Grundlage für Salben bzw. als Trägerstoff für Heilmittel der ayurvedischen Medizin genutzt.

Ghee kann sowohl äußerlich (z.B. für kosmetische Zwecke oder Massagen) als auch innerlich angewendet werden.

Wie kann ich Ghee Butter selber machen? – Ghee Rezept

erhitze Butter in Pfanne

Ghee selber machen ist gar nicht so schwer. An Zutaten benötigst du lediglich Butter. Welche du nimmst ist dir überlassen. Paleoaner beispielsweise greifen gern zur Weidebutter.

Für dein Ghee zum selber machen benötigst du:
  • 500g Butter

Und so gehst du vor:

Erhitze zunächst die Butter in einem Topf auf niedriger bis mittlerer Stufe ca. 20-30 Minuten. Dabei wird sich Schaum bilden. Diesen Molkeschaum musst du nun mit einem großen Löffel abschöpfen und wegschmeißen.

Wichtig ist, dass das Ghee nicht zu dunkel wird. Sobald du einen leicht karamelligen Geruch verspürst, musst du die Hitze ausschalten. Gib das Ganze anschließend durch ein Sieb (Papierteefilter eignen sich super), lasse es abkühlen und fülle alles zum Schluss in Gläser.

Wer möchte kann am Ende sein Ghee noch etwas verfeinern, z.B. mit Kräutern oder Honig.

 

Hat dir dieser Artikel gefallen? Welche Erfahrungen hast du mit Ghee gemacht? Hinterlasse gern einen Kommentar und berichte uns davon.

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