Was ist so schlecht an Gluten? – Warum glutenfreie Ernährung hilft

Glutenfreie Ernährung ist heutzutage kein seltener Begriff mehr. Immer mehr Menschen entscheiden sich für diese Ernährungsweise, aber warum?

Was steckt wirklich hinter der glutenfreien Diät? Musst du dabei tatsächlich auf Dinge verzichten? Alle antworten darauf findest du hier:

Was ist Gluten überhaupt?

junger Mann mit Brille schaut überrascht

Gluten, auch unter dem Namen Klebereiweiß bekannt, setzt sich aus zwei Arten von Eiweißstoffen, Prolamin und Glutelin, zusammen. Diese findet man in sämtlichen Getreidesorten, wie z.B. Roggen, Weizen, Gerste, Dinkel, Grünkern, Emmer, Einkorn oder Kamut.

Gluten spielt insbesondere beim Backen eine große Rolle, da das in dem Mehl enthaltene Klebereiweiß für eine gummiartige, elastische Masse sorgt. Es wird daher als Verdickungsmittel, Stabilisator, Geliermittel, Aromastoff, Geschmacksträger und Farbstoff verwendet.

Der Grund, weshalb immer mehr Menschen darauf verzichten ist, dass sie Gluten nicht vertragen. Dabei gibt es zwei Arten: die Glutenunverträglichkeit und die Glutenintoleranz. Du hast keins von beidem? Dann solltest du diesen Artikel lesen: 6 Fakten über Gluten, die auch Menschen ohne Glutenunverträglichkeit wissen sollten

Fazit: Gluten ist ein Eiweiß, welches man in sämtlichen Getreidesorten findet. Es wird als Verdickungsmittel, Stabilisator, Geliermittel, Aromastoff, Geschmacksträger und Farbstoff verwendet.

Glutenunverträglichkeit –Bist du vielleicht auch betroffen?

glutenhaltige Spaghetti hängen aus einem Glas mit TomatensoßeDie Gefahr des Glutens betrifft vor allem Menschen mit Glutenunverträglichkeit. Laut einem Bericht der AOK „[ist] schätzungsweise jeder 200. Deutsche betroffen – doch 80–90 Prozent haben untypische oder keine Symptome und wissen daher oft nichts von ihrer Erkrankung“.

Hinzu kommt, dass Glutenunverträglichkeit und Glutenintoleranz (Zöliakie) oft nicht unterschieden werden.

Doch während ersteres ganz einfach mithilfe eines Tests festgestellt werden kann, ist die Glutenunverträglichkeit deutlich schwieriger zu diagnostizieren, denn auch wenn ein solcher Test negativ ausfällt, ist eine Glutenallergie nicht auszuschließen.

Der Begriff wird im Englischen als „non-celiac gluten sensivity“ beschrieben, also eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten ohne jedoch an einer Glutenintoleranz zu leiden.

Laut den neuesten Forschungen handelt es sich hierbei um eine angeborene Immunreaktion, welche nicht anitgen-spezifisch ist. Hier liegt der entscheidende Unterschied zur Glutenintoleranz.

Nicht antigen-spezifisch bedeutet, dass die angeborene Immunreaktion nicht gegen eine bestimmte Organismenart kämpft. Auch wenn sie sofort auf eindringende Organismen reagiert, so hat sie kein immunologisches Gedächtnis in Bezug auf diese Organismen.

Ihre Reaktion ist also nicht gegen ihr eigenes Gewebe gerichtet, was letztlich eine Autoimmunreaktion zur Folge hätte, wie bei einer antigen-spezifischen Glutenintoleranz.

Die einzige Möglichkeit eine Glutenunverträglichkeit festzustellen ist Gluten aus dem Ernährungsplan für eine längere Periode zu streichen und anschließend wieder einzuführen. Werden die Symptome erst schwächer und nach Einführung wieder stärker, ist eine Glutenallergie sehr wahrscheinlich.

Hast du eventuelle einige dieser Symptome?

Die genannten Symptome sind jedoch nur eine Auswahl der häufigsten. Weitere sind durchaus möglich, da die der Glutenunverträglichkeit sehr unterschiedlich ausfallen können.

Fazit: Viele Menschen sind betroffen und wissen nichts davon. Häufig treten untypische oder keine Symptome auf. Darüber hinaus werden die typischen Symptome oft anderen Ursachen zugeschrieben.

Wie unterscheidet sich die Zöliakie (Glutenintoleranz) von der Glutenunverträglichkeit?

nachdenkliche Frau

Zöliakie oder auch Glutenintoleranz ist kurz gesagt eine autoimmune Fehlfunktion, bei der Menschen eine genetisch bedingte Unverträglichkeit gegen Gluten entwickelt haben, welche unmittelbar bei regelmäßigem Verzehr von Gluten zu einer Entzündung der Darmschleimhaut führt.

Dies hat die Rückbildung der Zotten zur Folge. Aufgrund der dadurch verringerten Oberfläche des Darms können nicht mehr genügend Nährstoffe aufgenommen werden.

Zöliakie ist daher verantwortlich für Krankheiten wie z.B. Osteoporose.

Symptome für eine Zöliakie sind folgende:

Fazit: Zöliakie ist eine autoimmune Fehlfunktion, bei der Menschen eine genetisch bedingte Unverträglichkeit gegen Gluten entwickelt haben Dies führt bei regelmäßigem Verzehr von Gluten unmittelbar zu einer Entzündung der Darmschleimhaut.

Die größte Gefahr des Glutens: Das Leaky Gut Syndrom

verzweifelter Mann hält sich das Gesicht

Unter anderem bedingt durch eine Glutenunverträglichkeit oder Glutenintoleranz kann das sogenannte Leaky Gut Syndrom entstehen. Zu Deutsch „Leckender Darm“ bezeichnet es eine gestörte Darmschleimhaut mit erhöhter Durchlässgikeit.

Geschuldet ist das Ganze dem im Gluten enthaltenen Reserveprotein Gliadin, welches den Zonulinspiegel ansteigen lässt. Das ist aus folgendem Grund gefährlich:

Der Darm hat widersprüchliche Funktionen: einerseits muss er Nährstoffe aufnehmen, andererseits Schadstoffe abwehren.

Um beides zu gewährleisten gibt es die tight junctions (dt.: enge Verbindungen), die schädliche Stoffe abhalten und das Regulatorprotein Zonulin, welches jene engen Verbindungen für die Nährstoffaufnahme auflösen kann.

Wird nun zu viel Zonulin produziert, wird der Darm durchlässig und auch Fremd- und Schadstoffe können in den Körper eindringen. Die Folgen sind Krankheiten, wie Multiple Sklerose, Diabetes Typ 1, Psoriasis (Schuppenflechte), IgA Nephritis („Morbus Berger“) und Rheumatoide Arthritis (1,2)

Symptome des Leaky Gut Syndroms sind:

Folgen des Leaky Gut Syndroms sind:

Fazit: Zu Deutsch „Leckender Darm“ bezeichnet das Leaky Gut Syndrome eine gestörte Darmschleimhaut mit erhöhter Durchlässgikeit. Die Folgen sind Krankheiten, wie Multiple Sklerose, Diabetes Typ 1, Schuppenflechte, „Morbus Berger“ und Rheumatoide Arthritis.

Ist Getreide auch für Menschen ohne Zöliakie gefährlich?

Weizen mit einer Tasse MilchHierfür eignet sich die Betrachtung von Weizen, welcher in unzähligen alltäglichen Lebensmitteln enthalten ist. Dieses am häufigsten konsumierte Getreide ist bei Weitem kein Naturprodukt mehr, sondern wurde zur Ertragssteigerung vielfach genetisch verändert.

Mittlerweile besteht Weizen aus 50% Gluten (zum Vergleich: vor etwa 50% Jahren lag der Glutenanteil von Weizen bei ca. 5%).

Der Kardiologe und Weizengegner William Davis bezeichnet dieses Getreide aus diesem Grund als Gift, da sich unser Körper innerhalb dieser kurzen Zeitspanne nicht anpassen konnte (3).

Für ihn ist Weizen daher der Auslöser sämtlicher Krankheiten wie Diabetes, Darmkrankheiten, Herzkrankheiten, Hautkrankheiten, Arthritis, Depressionen und Demenz welche auf weizen- bzw. glutenbedingtes Bauchfett zurückgeführt werden können.

Nach seinen Ansichten ist Weizen bzw. Gluten also für jeden ungesund – egal ob eine Unverträglichkeit besteht oder nicht. Ein weiteres Argument für diese These ist das sogenannte Leaky Gut Syndrom.

Nach William Davis heißt es:

Es geht hier nicht nur um Menschen mit Glutenunverträglichkeit und Zöliakie. Es betrifft uns alle. Gliadine sind für niemanden geeignet.

Tatsächlich handelt es sich um ein Opiat! Dieser Stoff verbindet sich mit den Opioidrezeptoren in unserem Gehirn und regt bei den meisten Menschen den Appetit an.

Ein häufiges und bekanntes Phänomen, welches im Zusammenhang mit Weizen auftritt, ist der Weizenbauch (oder Bierbauch). Dieser entsteht aufgrund des hohen glykämischen Index von Weizen, durch welchen sich Bauchfett anlagert.

Dieses produziert Hormone und sendet Signale aus, die die Insulinresistenz fördern, das Sättigungsgefühl manipulieren und Entzündungsprozesse im Fettgewebe hervorrufen.

Letzteres führt zur einer erhöhten Produktion von Fett um mögliche Krankheitserreger in diesen Zellen zu binden und vom Eindringen in die Organe abzuhalten. Der Verzicht auf Getreide, wie Weizen, beugt also nicht nur Krankheiten vor – man kann dadurch auch gesund abnehmen.

Hier erfährst du mehr über die Gefahren von Weizen.

Fazit: Besonders Weizen kann verheerende Folgen haben und süchtig machen. Laut William Davis ist es der Auslöser sämtlicher Krankheiten wie Diabetes, Darmkrankheiten, Herzkrankheiten, Hautkrankheiten, Arthritis, Depressionen und Demenz welche auf weizen- bzw. glutenbedingtes Bauchfett zurückgeführt werden können.

Glutenfreie Ernährung: Welche Lebensmittel sind erlaubt?

belegtes Baguetee mit Tomaten und Apfelsine daneben

Viele verbinden mit einer Diät einen Verzicht. Das Besondere an der glutenfreien Ernährung ist: du musst auf gar nichts verzichten. Denn das meiste kannst du ganz leicht mit glutenfreien Zutaten ersetzen. Dabei musst du nur wissen, was enthält Gluten und was nicht.

Du hast also Appetit auf Nudeln? Kein Problem – tausch die Weizennudeln einfach mit Reisnudeln. Für das Backen gibt es zahlreiche glutenfreie Mehle und Bindemittel.

Du isst jeden Tag zum Frühstück Müsli? Auch das ist kein Problem. Ein glutenfreies Müsli zu zaubern ist leichter als du glaubst.

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Aber Achtung! Gluten versteckt sich auch in vielen Fertiggerichten, Getränken, Medikamenten und Fast Food.

Fertigprodukte und ähnliches:

  • glutenhaltige Pommes Frites mit gebackenem Fisch und MayonnaiseFertigsaucen (auch Würzsaucen wie z. B. Soja- und Fischsauce), Fertigdressings, Fertigsuppen
  • Essbare Spielknete
  • Pommes Frites
  • Kroketten, Kartoffelpuffer
  • Milchprodukte mit Fruchtzubereitungen
  • Manche fettreduzierten Produkte
  • Frischkäsezubereitungen mit Kräutern
  • Wurst und Würstchen
  • Rührei in Restaurants oder Hotels

Knabbereien und Süßigkeiten:

  • Pudding, Eis, Nuss-Nougatcreme
  • Chips, Flips und andere Knabbereien
  • Schokolade

Getränke:

  • Modegetränke, Limonaden
  • Aromatisierter Tee oder Kaffee
  • Kakaopulver mit Zusätzen versehen

Gewürze:

  • Ketchup
  • Senf
  • Würzsaucen wie Sojasauce, Fischsauce, etc.
  • Gewürzmischungen

Weiteres:

  • Medikamente, Zahnpasta und Kosmetikprodukte wie Lippenpflegestifte
  • Aromen, Farbstoffe, Stabilisatoren, Verdickungsmittel, Geliermittel, Geschmacksverstärker
  • Essbare Spielknete
Fazit: Glutenfreie Ernährung bedeutet nicht zwingend Verzicht. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, glutenhaltige Produkte durch glutenfreie zu ersetzen. Vorsicht ist bei verarbeitenden Lebensmitteln geboten, in denen sich häufig Gluten versteckt.

 

 

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