4 Studien zur Steinzeitdiät die zeigen, dass sie tatsächlich funktioniert

Die Paleo Diät ist in den letzten zwei Jahren zu einer der beliebtesten Diäten geworden. Trotzdem sind sich Wissenschaftlicher bis heute nicht einig, ob diese Steinzeitdiät tatsächlich gesund ist.

Zum Glück kann uns die Wissenschaft da einen Einblick gewähren. In diesem Artikel werden 4 Humanstudien (Studien/Experimente mit Menschen) objektiv genauer beleuchtet und anschließend zusammengefasst.

Studie 1: Lindeberg S, et al. A Palaeolithic diet improves glucose tolerance more than a Mediterranean-like diet in individuals with ischaemic heart disease. Diabetologia, 2007.

Details

29 Menschen mit Herzerkrankungen und erhöhtem Blutzucker oder Diabetes Typ 2 wurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt – der Paleo Diät und Mediterranen Diät. Keine der Gruppen war auf eine bestimmte Kalorienanzahl begrenzt.

Die hauptsächlichen Ergebnisse, welche gemessen worden sind, bezogen sich auf die Glucosetoleranz, den Insulinspiegel, das Gewicht und den Taillenumfang. Diese Studie wurde über 12 Wochen hinweg durchgeführt.

Glucosetoleranz

Der Glucosetoleranztest misst, wie schnell das Blut frei von Glucose ist. Er wird verwendet, um Insulinresistenz und Diabetes festzustellen.

Die Paleo-Gruppe zeigte dabei eine signifikante Steigerung der Toleranz gegenüber Glucose.

Gewichtsverlust

Frau misst Taillenumfang nach SteinzeiternährungBeide Gruppen verloren während ihrer Diät Gewicht, die Paleo-Gruppe im Durchschnitt 5kg und die Mediterrane-Gruppe 3,8kg. Diese Differenz ist statistisch gesehen jedoch unbedeutend.

Bei der Paleo-Gruppe war weiterhin eine Verkleinerung des Taillenumfanges von 5,6cm, bei der Meditarranen-Gruppe von 2,9cm festzustellen. Diese Differenz im Gegenzug ist statistisch relevant.

Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst:

  • In der 2-Stunden Area Under the Curve (AUC, dt.: Fläche unter der Kurve) sank der Blutzucker bei 36% der Paleo-Gruppe, während es nur 7% bei der Mediterranen-Gruppe waren.
  • Jeder Proband der Paleo-Gruppe hatte am Ende einen normalen Blutzucker. Im Vergleich dazu waren es bei der anderen Gruppe nur 7 von 15 Probanden.
  • Probanden der Paleo-Gruppe aßen letztlich im Schnitt 451 Kalorien weniger am Tag ohne absichtlich die Kalorienzufuhr zu kürzen oder die Portionen zu verkleinern.
Fazit: Im Gegensatz zur Mediterranen Diät führt die Paleo Diät zu deutlicheren Verbesserungen sowohl was den Taillenumfang, also auch die Blutzuckerkontrolle betrifft.

Studie 2: Osterdahl M, et al. Effects of a short-term intervention with a paleolithic diet in healthy volunteers. European Journal of Clinical Nutrition, 2008.

Details

14 gesunde Medizinstudenten (5 männliche, 9 weibliche) wurden instruiert, eine Paleo Diät für 3 Wochen durchzuführen. Es gab keine Kontrollgruppe.

Gewichtsverlust

Die Probanden verloren im Durchschnitt 2,3kg, ihr Bodymaßindex sank um 0,8 und der Taillenumfang verringerte sich um 1,5cm.

Weitere Kennzeichen

Der systolische Blutdruck sank um 3 mmHg.

Fazit: Die Probanden verloren an Gewicht und ihr Taillenumfang sowie ihr systolischer Blutdruck verringerten sich geringfügig.

Studie 3: Jonsson T, et al. Beneficial effects of a Paleolithic diet on cardiovascular risk factors in type 2 diabetes: a randomized cross-over pilot study. Cardiovascular Diabetology, 2009.

Details

13 Probanden mit Diabetes Typ 2 wurden entweder auf eine Paleo Diät oder eine typische Diabetes Diät in einer Cross-Over Studie gesetzt. Sie verfolgten beide Diäten für jeweils 3 Monate.

Frau hat zu große Hose durch Gewichtsverlust wegen SteinzeiternährungGewichtsverlust

Die Probanden verloren während der Paleo Diät 3kg mehr Gewicht und ihr Taillenumfang verringerte sich 4cm mehr als während der Diabetes Diät.

Weitere Kennzeichen

  • HbAlc (Blutzuckerlangzeitwert) fiel um 0,4% mehr bei der Paleo Diät
  • HDL-Wert(Transportprotein, welches überschüssiges Cholesterin abtransportiert) erhöhte sich bei der Paleo Diät um 3 mg/dl (0,08 mmol/l) mehr als bei der Diabetes Diät
  • Die Konzentration der Triglyceride sank um 35mg/dl (0,4mmol/l) mehr bei der Paleo Diät im Vergleich zur Diabetes Diät
Fazit: Die Paleo Diät führte im Vergleich zur Diabetes Diät zu einem höheren Gewichtsverlust und einer Verbesserung was kardiovaskuläre Risikofaktoren angeht.

Studie 4: Frassetto, et al. Metabolic and physiologic improvements from consuming a paleolithic, hunter-gatherer type diet. European Journal of Clinical Nutrition, 2009.

Details

9 gesunde Probanden ernährten sich nach der Paleo Diät für 10 Tage. Kalorien wurden dabei kontrolliert um sicher zu stellen, dass die Probanden nicht an Gewicht verloren. Es gab keine Kontrollgruppe.

Mann freut sich über Ergebnisse durch PaleoGesundheitliche Auswirkungen

  • Das Gesamtcholesterin sank um 16%.
  • Das LDL-Cholesterin sank um 22%.
  • Triglyceride sanken um 35%.
  • Die Insulin AUC sank um 39%.
  • Der diastolische Blutdruck sank um 3,4 mmHg.

Zusammenfassung – alles auf einen Blick

Anhand folgender Diagramme lässt sich leicht feststellen, in welchen Dingen die Studien übereinstimmen.

Gewichtsverlust und Taillenumfang

Paleo Diät Studien Gewichtsverlust in kg

Alle Teilnehmer reduzierten unbewusst die Menge der Kalorien, die sie täglich zu sich nahmen. Im Vergleich zu ihrem vorherigen Essverhalten wurden deutlich weniger Kohlenhydrate, dafür viel mehr Proteine konsumiert. Alle Studien zeigten einen Gewichtsverlust.

Paleo Diät Studien Taillenumfang in cm

Alle Studien zeigten eine statistisch signifikante Abnahme des Taillenumfangs. Dies ist besonders bedeutsam im Hinblick auf ein reduziertes Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes.

Cholesterin und Glyceride

Paleo Diät Studien Reduzierung Triglyceride im Blut in mg/dl

Alle Studien wiesen auf eine Reduktion der Triglycerid-Konzentration im Blut hin. Das Ergebnis der Studie von Osterdahl M, et al. ist dabei jedoch nicht statistisch bedeutsam.

Paleo Diät Studien HDL-Cholesterin in mg/dl

Zwei der Studien zeigten statistisch relevante Unterschiede in der Konzentration von HDL-Cholesterin. Während die Studie von Osterdahl M, et al. eine Abnahme feststellen konnte, so verwies die Studie von Jonsson T, et al. auf eine Zunahme des HDL-Cholesterin-Wertes. Die Studie von Frassetto, et al. zeigte im Gegensatz zu den anderen keine Veränderung.

Paleo Diät Studien Reduzierung LDL-Cholesterin in mg/dl

Die Studie von Frassetto, et al. zeigte eine statistisch signifikante Abnahme des LDL-Cholesterin-Wertes.

Paleo Diät Studien Reduzierung Gesamtcholesterin in mg/dl

Nur die Studie von Frassetto, et al. zeigte eine statistisch bedeutsame Reduktion des Gesamtcholesterin-Wertes.

Blutzucker- und Insulinspiegel

Zwar haben alle Studien den Blutzucker- und Insulinspiegel untersucht, jedoch mithilfe verschiedener Methoden. Daher lassen sich die Ergebnisse nur sehr schlecht vergleichen.

Tatsache ist aber, dass alle Paleo-Studien auf eine bessere Insulin-Verträglichkeit und Blutzuckerkontrolle hinwiesen, auch wenn einige Ergebnisse nicht statistisch signifikant waren.

Blutdruck

Paleo Diät Studien Reduzierung des Blutdrucks in mmHg

Alle Studien zeigten eine geringe Abnahme des Blutdrucks.

Sicherheit

Insgesamt wurde die Paleo Diät gut angenommen und es gab keine Berichte über Nebenwirkungen.

Bedingungen der Studien

Für diese Studien galten folgende Bedingungen:

  • Alle 4 Studien waren klein. Ihre Teilnehmeranzahl beschränkte sich auf 9-29.
  • Die Studien wurden nur über kurze Zeiträume, von 10 Tagen bis 12 Wochen, durchgeführt.
  • Nur 2 der Studien besaßen eine Kontroll-Gruppe.

Mittlerweile gibt es verschiedene Wege, die Paleo Diät zu praktizieren – die Einschränkungen variieren oft. Diese 4 Studien beriefen sich dabei auf die Version von Dr. Loren Cardain und seinem Buch „The Paleo Diet“.

Funktioniert die Paleo Diät nun?

Noch gibt es nicht genügend Studien, insbesondere keine Langzeitstudien, die eine klare Aussage dazu ermöglichen können. Die 4 beschriebenen Studien sind jedoch ein guter Anfang mit interessanten Ergebnissen, die sehr vielversprechend klingen.

Letztlich ist der beste Weg um herauszufinden, welche Ernährung oder Diät für einen funktioniert, sie selbst auszuprobieren.

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