7 Gründe warum du dich unbedingt weizenfrei ernähren solltest

Fühlst du dich nach dem Essen manchmal aufgebläht und so voll, dass du platzen könntest? Leidest du unter Verdauungsproblemen und weißt nicht, wieso? Dann könnte Weizen die Antwort auf alles sein.

Weizenprodukte finden wir überall in unserem täglichen Ernährungsangebot. Ob es ein belegtes Brötchen ist oder ein Stück Kuchen – es ist fast schon unmöglich unterwegs einen kleinen Snack zu kaufen, ohne dabei auf Weizen zu stoßen.Selbst Vollkornprodukte enthalten meist mehr Weizen als alles andere.

Aber was ist so schlecht an Weizen? Hier findest du 7 Gründe, warum du dringend auf eine weizenfreie Ernährung umsteigen solltest.

Grund 1: Weizen enthält Gluten

glutenhaltiges Weizen auf grauem Untergrund

Das hauptsächliche Problem am Weizen ist Gluten. Das ist ein Protein und setzt sich aus Gliadin und Glutenin zusammen.

Noch vor  50 Jahren lag der Glutenanteil bei Weizen bei ca.5%. Doch dank vielfacher genetischer Veränderung zur Ertragssteigerung liegt dieser Anteil mittlerweile bei unglaublichen 50%.

Einige Menschen besitzen von Geburt an eine Glutenintoleranz, doch noch viel häufiger kommt eine Glutenunverträglichkeit vor. In vielen Fällen wissen die Menschen nicht einmal, dass sie daran leiden.

Die Symptome, die durch Gluten entstehen können, sind sehr vielfältig und werden oft anderen Ursachen zugeschrieben. Auch wenn Glutenunverträglichkeit nur schwer nachweisbar ist – Fakt ist, es kann eine Menge Schaden anrichten und viele Leute sind davon betroffen.

Eine häufige, fatale Folge davon ist beispielsweise  das „Leaky Gut Syndrom“ (dt. leckender Darm). Dabei erhöht sich die Durchlässigkeit des Darms und schädliche Stoffe können so in den Blutkreislauf gelangen.

Das Ganze macht sich bemerkbar durch Magen-Darm-Beschwerden, aber auch durch Krämpfe oder Gewichtsverlust. Das Leaky Gut Syndrom kann im schlimmsten Fall zu Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Diabetes Typ 1, Psoriasis (Schuppenflechte), IgA Nephritis („Morbus Berger“) und Rheumatoide Arthritis führen.

Auch Menschen ohne Glutenintoleranz oder Glutenunverträglichkeit können unter ähnlichen Nebenwirkungen von Gluten leiden. Schau dir dazu den Artikel 6 Fakten über Gluten, die auch Menschen ohne Glutenunverträglichkeit wissen sollten an.

Grund 2: Weizen macht süchtig

weizensüchtige Frau hat sich Quarkbällcehn auf jeden Finger geteckt und isst sie

Auch hier liegt der Ursprung im Gluten, genauer gesagt bei einem Bestandteil von Gluten – dem Gliadin.Diese Substanz ist nicht nur für eine Glutenunverträglichkeit oder -intoleranz verantwortlich, sondern macht zudem auch süchtig und zwar bei allen Menschen.

Bei der Verdauung von Gliadin werden sogenannte Exorphine ausgeschüttet. Diese opium-ähnlichen Stoffe wirken nicht nur betäubend, sie machen vor allem auch süchtig.

Indem sie die Blut-Hirn-Schranke passieren, binden sie sich anschließend an Opioid-Rezeptoren – die Sucht nach Weizen ist damit entfacht (1).

Studien haben gezeigt, dass besonders Menschen mit einer Unverträglichkeit ein starkes Verlangen nach Weizen und Entzugserscheinungen aufweisen.

Grund 3: Weizen enthält toxische Lektine

Weizen enthält wie andere Getreidesorte sogenannte Lektine. Diese Glykoproteine gelten als Anti-Nährstoffe für Konsumenten (2).

Sie binden sich an Kohlenhydratstrukturen und sind dafür bekannt, besonders bindungsfreudig zu sein. Solche Lektine sind in vielen Pflanzen enthalten und oftmals ungefährlich.

Es gibt jedoch auch einige toxische Lektine, die in erschreckend hoher Konzentration vor allem in Weizen enthalten sind.  Diese Weizenlektine (engl. WGA für wheat germ agglutinin) binden sich unter anderem an die Darmwand, vor allem die des Dünndarms, und können diese beschädigen.

Zum einen wird dadurch die Aufnahmefähigkeit für Nährstoffe reduziert, zum anderen können die Lektine in den Blutkreislauf eindringen und somit die Durchlässigkeit des Darms erhöhen – das Leaky Gut Syndrom entsteht.

Sobald die Lektine in den Blutkreislauf gelangen, binden sie sich an andere Organe des Körpers. Das zieht logischerweise eine Abwehrreaktion des Körpers nach sich. Dabei greift er jedoch nicht nur die Lektine an, sondern auch gesundes Gewebe.

Folge dessen können Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Arthritis, Morbus Crohn, Fibromyalgie, Reizmagen, Schilddrüsenprobleme oder Bauchspeicheldrüsenprobleme bzw. -ausfall und damit zu Diabetes sein (3).

Lektine erschweren zu dem die Verdauung anderer Nährstoffe, wie etwa Stärke und können die roten Blutkörperchen verklumpen (wirken als Hämagluttinine). Letzteres erhöht das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.

Diesen toxischen Weizenlektinen geht man also am besten aus dem Weg, indem man gänzlich auf Weizen verzichtet.

Grund 4: Weizen macht dick

Waage und MaßbandDa Weizen süchtig macht kommt man schnell zu dem Schluss, dass Weizen auch für Übergewicht sorgt – je stärker das Verlangen, umso mehr wird konsumiert.

Außerdem besitzt Weizen einen hohen glykämischen Index, wodurch sich vor allem Bauchfett anlagert. Dieses Phänomen ist auch unter „Bierbauch“ oder „Weizenwampe“ bekannt.

Dieses Bauchfett produziert Hormone und sendet Signale aus, die die Insulinresistenz fördern, das Sättigungsgefühl manipulieren und Entzündungsprozesse im Fettgewebe hervorrufen.

Durch letzteres kommt es zu einer erhöhten Fettproduktion, um mögliche Eindringlinge zu binden und die Organe zu schützen.

Wer auf Weizen verzichtet, beugt also nicht nur Krankheiten vor sondern nimmt auch ab.

Grund 5: Weizen „klaut“ dem Körper wichtige Nährstoffe

Egal wie viele Kalorien du durch Weizen zu dir nimmst – es ist und bleibt nur wenig nahrhaft im Vergleich zu anderen Lebensmitteln, wie Fleisch und Gemüse.

Als wäre das nicht schon genug, enthält Weizen zudem auch noch Substanzen, die die Nährstoffe der anderen Nahrungsmittel „klauen“.

  • Ein Stoff, der in Weizen enthalten ist, namens Phytilsäure kann Mineralstoffe, wie Calcium, Zink, Eisen und Magnesium binden und somit verhindern, dass sie vom Körper aufgenommen werden. Weizenvollkorn enthält sogar noch mehr von dieser Phytilsäure als raffinierter Weizen.
  • Weizen enthält nicht alle Aminosäuren in der richtigen Menge und ist daher keine besonders gute Proteinquelle für den Menschen.
  • Bei Menschen mit Glutenunverträglichkeit kann der Darm beschädigt werden, wodurch die Aufnahme aller Nährstoffe verringert wird.
  • Eine Studie hat gezeigt, dass Weizenfasern dafür sorgen, dass das gespeicherte Vitamin D um 30% schneller verbrannt wird. Dieser Vorgang erhöht das Risiko eines Vitamin D-Mangels.

Grund 6: Weizen wird in Verbindung mit Gehirnerkrankungen gebracht

Mann mit rotem, wüsten, zu Berge stehendem Haar hält zwei ähnliche Puppen in den Händen

Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Weizen mit ernsthaften Funktionsstörungen des Gehirns zusammenhängt (4).

Gluten und Zerebelläre Ataxie

Zerebelläre Ataxie ist eine motorische Störung, die durch eine Verletzung des Kleinhirns verursacht wird. Das Kleinhirn ist dabei zuständig für die Motorik des Menschen.

Eine Form dieser Krankheit steht dabei im Verdacht, durch Gluten verursacht und/oder verschlimmert zu werden – die Gluten-Ataxie. Hierbei erfolgt ein autoimmuner Angriff auf das Kleinhirn.

  • Studien haben mehrfach herausgefunden, dass eine Verbindung zwischen Gluten, Glutenunverträglichkeit und zerebellärer Ataxie besteht (5). Testergebnisse haben außerdem gezeigt, dass mit einer glutenfreien Ernährung eine Besserung der Krankheit bei betroffenen Patienten erreicht werden kann.

Gluten und Schizophrenie

Schizophrenie ist eine ernstzunehmende, geistige Störung, von welcher 0,3-0,7% der Menschen an einem Punkt ihres Lebens betroffen sind.

Es gibt starke statistische Verbindungen zwischen Zöliakie, Glutenunverträglichkeit und Schizophrenie. Bei vielen Betroffenen konnten Antikörper gegen Gluten im Blut gefunden werden (6).

Es existieren verschiedene Tests und Fallstudien darüber, dass einige Schizophrenie-Patienten von einer glutenfreien Ernährung profitiert haben.

Weitere Erkrankungen des Gehirns

Weitere Erkrankungen des Gehirns, die mit Zöliakie und Glutenunverträglichkeit in Verbindung gebracht werden, sind Autismus und Epilepsie (7,8,9,10)

Das soll nicht heißen, dass Gluten all diese Krankheiten verursacht, sondern lediglich, dass ein Zusammenhang zwischen ihnen und Zöliakie sowie Glutenunverträglichkeit besteht.

Grund 7: Vollkornweizen erhöht den Spiegel des kleinen, dichten LDL-Cholesterins drastisch

Erhöhte LDL-Cholesterin-Werte (das „böse“ Cholesterin) stehen im Zusammenhang mit einem gesteigerten Risiko für Herzerkrankungen.

Studien haben gezeigt, dass es nicht nur einen Typ von LDL gibt. Die Größe der Moleküle spielt bei der Typisierung eine wichtige Rolle.

Menschen mit kleinen, dichten LDL-Teilchen sind dabei dem Risiko für Herzerkrankungen viel mehr ausgesetzt als jene, deren LDL-Moleküle eher groß sind.

Bei einem überwachten Test wurden 36 übergewichtige Menschen zufällig in 2 Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wurde angewiesen, Vollhafer zu essen und die andere Gruppe sollte Weizenvollkorn konsumieren.

Die Studie ging über 12 Wochen und es wurden ausschlaggebende Risikofaktoren für Herzerkrankungen untersucht. Dabei wurde bei der Hafer-Gruppe eine Reduktion des Gesamt-LDL-Wertes, der kleine, dichten LDL-Moleküle sowie die Anzahl der LDL-Teilchen festgestellt.

Im Gegensatz dazu erhöhte sich der LDL-Wert bei der Weizen-Gruppe um 8%. Auch die Anzahl der LDL-Teilchen stieg um 14,2% und der Wert der kleinen, dichten LDL-Teilchen erhöhte sich um kolossale 60,4%.

Zusätzlich zeigte der Test einen erhöhten Gesamtcholesterin- und Triglycerid-Wert, die Unterschiede waren jedoch statistisch nicht signifikant.

Nach dieser Studie müsste Weizenvollkorn das Risiko für Herzerkrankungen deutlich steigern.

Was bedeutet das für Dich?

Der Mythos vom „bösen Weizen“ ist nun längst kein Mythos mehr. Zahlreiche Studien und Erfahrungsberichte zeigen, wie eine weizenfreie Ernährung das Leben positiv verändern kann.

Auch wenn das Thema nach mehr Forschung verlangt – wenn du Weizen aus deinem Leben streichst, bist du definitiv auf der sicheren Seite.  Es mag anfangs nicht leicht sein, da unser Nahrungsangebot voll von Weizen ist, aber man gewöhnt sich schnell an die Umstellung.

Achtung! Weizenunverträglichkeit und Weizenallergie grenzen sich ab

Frau schaut mit großen Augen und gespitztem Mund durch ihre Finger

Weizen kann sich bei jedem negativ auf die Gesundheit auswirken. Die Gründe dafür findest du in diesem Artikel.

Doch es exisitieren darüber hinaus auch eine spezifische Weizenallergie und eine Weizenunverträglichkeit (Weizensensitivität).

Die Weizenallergie

Die Weizenallergie ist eine Überreaktion des Immunsystems.

Sie tritt in verschiedenen Formen auf. Dabei kann die immunologische Reaktion sowohl IgE-vermittelt, als auch T-Zell vermittelt ablaufen.

In wenigen Fällen treten auch zellvermittelte gastrointestinale Formen auf. Diese werden oft irrtümlicherweise für eine Zöliakie gehalten.

Eine Weizenallergie kann sowohl im Kindesalter, als auch im Erwachsenenalter auftreten, wobei ersteres häufiger vorkommt.

Symptome einer Weizenallergie sind:

  • in Mund, Nase, Augen und Rachen: Schwellung, Jucken oder Kratzgefühl
  • auf der Haut: atopisches Ekzem, Urticaria
  • in der Lunge: Atemnot, Asthma, Bäckerasthma
  • im Verdauungstrakt: Krämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall

Die Weizenunverträglichkeit

Eine Weizensensitivität hingegen wird durch bestimmte Eiweißstoffe ausgelöst.

Nach Prof. Detlef Schuppan, Leiter des Instituts für Translationale Immunologie und der Ambulanz für Zöliakie und Dünndarmerkrankungen am Universitätsklinikum Mainz heißt es:

Amylase-Trypsin-Inhibitoren, kurz ATIs, sind natürliche Eiweiße in Getreide, die bestimme Zellen des angeborenen Immunsystems aktivieren.

Diese freigesetzten Entzündungsstoffe können bei Menschen mit Weizenunverträglichkeit unangenehme Symptome auslösen.

Symptome einer Weizenunverträglichkeit sind:

  • Bauchschmerzen
  • Durchfällen
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • chronische Müdigkeit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
Fazit: Weizen ist für niemanden gut, doch nicht jeder leidet an einer Weizenallergie oder Weizenunverträglichkeit. Eine weizenfreie Ernährung ist jedoch in jedem Falle gesund.

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